Unser Lauf um die Müritz – ein Erlebnisbericht

Von Petra Grobbecker

Petra und Stefan Grobbecker beim Zieleinlauf. (Foto: privat)

Am 22. August starteten mein Ehemann Stefan und ich unseren Lauf um die Müritz. Wir wollten diesen Lauf als Zweierstaffel absolvieren: Einer läuft und der andere legt den Streckenabschnitt mit dem Fahrrad zurück.

Um 9.00 Uhr startete Stefan mit 72 anderen Staffelläufern im Hafen von Waren voller Energie und Vorfreude auf den Lauf, denn er hatte die Strecke im letzten Jahr bereits alleine absolviert. Ich legte den ersten Teil der Strecke per Fahrrad zurück und startete voller Respekt und Aufregung, denn aufgrund einer kurzzeitigen Verletzung war mein Vorbereitungstraining nicht so optimal gelaufen wie geplant. Wir wollten ins Ziel kommen, Spaß haben und uns auf weitere Laufhöhepunkte in diesem Jahr vorbereiten.

In den ersten 30 km ging es durch die Wälder des Müritz-Nationalparks. Die Natur war fantastisch, die Luft klar, das Laufen ging fast von allein. Danach war die Landschaft weiterhin traumhaft, es ging durch viele kleine zauberhafte Orte entlang der Müritz. Aber die Sonne stieg immer höher und die Temperaturen überschritten gerade auf den Strecken vor und hinter Röbel die 30 Grad. Außerdem waren unsere Beine durch den ständigen Wechsel vom Laufen aufs Fahrrad schon ganz schön schwer. In Röbel hatten wir den größten Teil der Stecke hinter uns und wussten, dass wir auch den restlichen Teil der 82 Kilometer schaffen werden.

Wir hatten in der Zwischenzeit schon einige Ultraläufer überholt, die bereits um 8.00 Uhr in Waren gestartet waren. Mit beeindruckender Ruhe und Gelassenheit spulten sie ihr Pensum ab. Ich glaube, dass diese Läufer, die aus ganz Deutschland angereist waren, trotz der lange Strecke in der Lage waren, die Natur mehr zu genießen und sich dabei mental erholten. Von Röbel nach Zierzow quälte ich mich – oftmals in der prallen Sonne – entlang einzigartiger Krüppelkiefer-Alleen und Maisfelder zum nächsten Wechselpunkt. Dann startete Stefan das letzte Mal voller Motivation in den vorletzten Streckenabschnitt bis Klink. Da machte ein leichter frischer Wind das Laufen etwas angenehmer.

Da ich nach dem Wechsel gleich mit dem Fahrrad zum letzten Wechselpunkt vorgefahren war, hatte ich die Möglichkeit, mich etwas auszuruhen, meine Beine zu dehnen und mich am Versorgungspunkt mit Obst, Schokolade, Traubenzucker und Getränken zu stärken. Und dann ging es los – der letzte Streckenabschnitt von 8,1 Kilometern musste noch bewältigt werden. Stefan motivierte mich vom Fahrrad aus und versuchte, mich von meinen Wehwehchen abzulenken, die sich sofort nach den ersten 500 Metern einstellten. Kurz vor dem Ziel fuhr Stefan mit dem Fahrrad vor, um mir dann als Läufer noch 300 Meter entgegenzukommen, damit wir – die Zweierstaffel "Team Grobbi – gemeinsam das Ziel durchlaufen konnten. Nach sieben Stunden und zwölf Minuten war es geschafft, wir waren stolz auf das Erreichte. Stefan ist 40,2 Kilometer gelaufen und 34,8 Kilometer Rad gefahren, ich bin 34,8 Kilometer gelaufen und 40,2 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren.

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