Über 1800 Kinder beim Hallensportfest der Rostocker Schulen

Von Burkhard Ehlers

Da gab's kein Halten mehr: Mit einer schwungvollen Gymnastik stimmten sich rund 500 Grundschüler auf ?ihr? Sportfest ein. Fotos: Burkhard Ehlers

Seit 1984 steht die Rostocker Stadthalle einmal im Jahr in einer Art und Weise Kopf, die jeden Show-Star vor Neid erblassen lassen würde. Hauptdarsteller sind Schülerinnen und Schüler. Am Wochenende erlebte das traditionelle Hallensportfest der Rostocker Schulen seine 28. Auflage ‒ mit vielen jungen "Darstellern" auf dem Parkett, ebenso vielen routinierten Machern vor und hinter den Kulissen sowie zahllosen begeisterten Angehörigen auf den Rängen.

Über 500 Grundschüler hatten bereits um 9 Uhr von "ihrer" Halle Besitz ergriffen, als Oberbürgermeister Roland Methling, der Schirmherr der Veranstaltung, den Startschuss für das neunstündige Spektakel gab. Und während sich die Kleinen bei einer schwungvollen Gymnastik ausgelassen auf bevorstehende Herausforderungen einstimmten, hielt es weder Methling noch Ehrengast Mathias Brodkorb (SPD), Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, auf ihren Plätzen. Für sie hieß es "Schuhe aus und mitgemacht" ‒ sehr zu Freude der Organisatoren.

Danach stand die "Bühne" ausschließlich den über 1800 Mädchen und Jungen aus 39 Schulen zu Verfügung. Die nahmen sie begeistert in Besitz. In Hindernis- und Rundenstaffeln, beim Tauziehen, beim Seilspringen auf Zeit, im Dreierhopp oder beim Medizinballschocken zeigten die Akteure, was in ihnen steckt und trugen so zum guten Abschneiden ihrer Mannschaften bei. "Wir organisieren insgesamt 34 Schulwettkämpfe pro Jahr, das Hallensportfest ist die größte Veranstaltung", verrät Wolfgang Baade, Lehrer am Gymnasium Reutershagen und Schulsportberater der Stadt. Fast 70.000 Mädchen und Jungen haben seit 1984 teilgenommen.

Wolfgang Baade ist ebenso wie Gerhard Schumacher seit "Urzeiten" dabei ‒ mit Horst Lange (77) und Siegfried ("Siggi") Seidler (73) mischen heute sogar noch immer zwei der drei Gründungsväter aktiv mit, was dem vor acht Jahren verstorbenen Fiete Reder als Drittem im Bunde nicht mehr vergönnt ist. "Ich freue mich besonders, dass wir das Sportfest über die Wende gebracht haben", sagt "Siggi" Seidler.

Wie akribisch sich die Schulen auf das Großereignis vorbereiten, verdeutlicht Heike Wagner, Sportlehrerin und Erzieherin an der Werkstattschule in Rostock. "Wir haben schon vor zwei Monaten mit den Eltern gesprochen und mit den Schülern geübt. Aber es hat sich gelohnt, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind", so die Pädagogin.

Seit ein paar Jahren sitzt auch der 1. LAV Rostock mit im Organisatoren-Boot, stellt unter anderem Helfer. "Es geht hier ja überwiegend um Grundelemente der Leichtathletik", begründet LAV-Chef Ralf Skopnik das Engagement. Das legte auch Jürgen Koeppe als Moderator des Sportfestes an den Tag. Zur Auflockerung stellten mehrere Sportvereine ihre Nachwuchsarbeit vor. "Dieses Miteinander ist faszinierend", lobte Liane Melzer, Senatorin für Jugend und Soziales.

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