Sprint-Cup in Neubrandenburg

Von Bernd Hamann

Alexander Hass lief starke 2,82 Sekunden über die fliegenden 30 Meter. (Foto: LVMV)

Mit dem traditionellen Sprint-Cup haben die Leichtathleten aus Mecklenburg-Vorpommern die Hallensaison in Neubrandenburg eingeläutet. Ein Ur-Alt-Rekord blieb dabei im Jahnsportforum jedoch unangetastet. Männer-Sieger und Tagesschnellster Alexander Haß war mit seinen 2,82 Sekunden fünf Hundertstel langsamer als Kevin Kuske, der heute sehr erfolgreich im Bobsport unterwegs ist.

Er versucht sich gerade mit seinem Piloten Thomas Florschütz für die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu qualifizieren und hält immer noch den Rekord über 30 Meter mit fliegendem Start im Jahnsportforum: Kevin Kuske lief 1997 als 17-Jähriger und noch als Leichtathlet für die LG Potsdam startend 2,77 Sekunden. Der viermaligen Olympiasieger gilt ohnehin als einer der schnellsten Anschieber im Bobsport.

Der Rekord des 1,96 Meter großen und 108 Kilogramm schweren Hünen im Sprint über die 30-Meter-Strecke aus dem Tiefstart liegt bei 3,69 Sekunden. Dies ist 0,09 Sekunden schneller als die Zeit, die Usain Bolt 2008 in Peking bei seinem ersten Weltrekord im 100-Meter-Sprint der Männer (9,69 sek) über die ersten 30 m benötigte. Dafür wurden bei dem Überflieger aus Jamaika über 30 Meter fliegend während seines 100-Meter-Weltrekordes (9,58 sek) in Berlin 2,46 Sekunden (Strecke von 30 bis 60 Meter) gemessen.

Auch wenn die Leichtathleten der Region beim Start in die Hallensaison lange nicht an diese Leistungen heranreichen konnten, durften sich zahlreiche Athleten über neue persönliche Bestleistungen freuen. Der Greifswalder Marek Sefranek war in der U18 mit 2,85 Sekunden über 30 Meter fliegend nur drei Hundertstel langsamer als der beste Mann Alexander Haß (1. LAV Rostock).

Im weiblichen Bereich wussten über die gleiche Distanz neben Sprinterin der U18, Luisa Pagels (3,28 sek), auch die beiden Mehrkämpferinnen Janika Baarck in der U14 mit 3,35 Sekunden sowie Sophie Weißenberg, Tochter von Ex-Siebenkampf-Europameisterin Heike Tischler-Weißenberg) bei der U18 mit 3,33 Sekunden auf sich aufmerksam zu machen. Beachtenswert, dass die erst 14-Jährige Enkelin von Ex-Siebenkampf-Bundestrainer Klaus Baarck in 25,34 Sekunden auch die schnellste Zeit über 200 Meter aller weiblichen Teilnehmerinnen erzielte.

SCN-Sprinthoffnung Luise Hollender, im vergangenen Sommer U23-Europameisterin mit der 4x100-Meter-Staffel in Tampere (Finnland) geworden, musste leider passen. Der 21-Jährige Schützling von Trainer Hans-Jürgen Ansorge ist nach Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber schon seit zwei Monaten außer Gefecht.

Nur wenige gute Leistungen konnte man auch im Kugelstoßring erleben. Nahezu die komplette SCN-Wurfgarde befindet sich derzeit in Kienbaum bei Berlin im Trainingslager. Unter den Augen von Neu-Trainer und Kugelstoß-WM-Dritten, Ralf Bartels, sowie der dreifachen Diskusweltmeisterin Franka Dietzsch steigerte sich in der U14 Anne Wagenknecht auf die neue persönliche Bestleistung von 13,58 Meter.

Das Schülersportfest am folgenden Tage war von großen Teilnehmerzahlen und ebenfalls zahlreichen persönlichen Bestleistungen geprägt. Erstmals hatten sogar fünf polnische Vereine ihre Visitenkarte in der Viertorestadt abgegeben.

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