Patrick Müller hat zwei Jahre Zeit für Storls "Sechs-Kilo-Rekord"

Von Bernd Hamann

Schon mit 17 Jahren deutscher Meister der U20: Neubrandenburgs Kugelstoss-Talent Patrick Müller. (Foto: B. Hamann)

Keine Frage: Das Talent fürs Kugelstoßen haben sowohl Hendrik als auch Patrick Müller von ihrer Mutter Ines in die Wiege gelegt bekommen. Die Grimmenerin, die einst für den SC Empor Rostock startete, war 1987 WM-Dritte, stieß die Kugel 21,57 Meter weit und warf auch den Diskus auf 66,40 Meter.

Hendrik Müller (22), der jetzt für den LAC Erdgas Chemnitz das Trikot überstreift, konnte sich in diesem Jahr als Vierter der Deutschen Meisterschaften auf 19,31 Meter mit der 7,25 Kilogramm schweren Männerkugel verbessern. Der 17-jährige Bruder Patrick wurde zunächst behutsam von Torsten Schmidt und jetzt von Gerald Bergmann beim SC Neubrandenburg aufgebaut. Mit seinem Sieg von 22,02 Metern bei der U18-WM in Donezk (Ukraine) übertraf der athletische Schwarzschopf nicht nur die Bestleistung seiner Mutter, sondern stellte auch einen neue deutsche Bestleistung in dieser Altersklasse auf. Die hatte bis dahin kein Geringerer als der Olympiazweite und Weltmeister David Storl inne.

Und der Chemnitzer Schützling von Erfolgstrainer Sven Lang ist auch in der U20 das Maß der Dinge. Auf 22,73 Meter hatte David 2009 die sechs Kilogramm schwere Kugel gewuchtet ‒ so weit wie bisher kein anderer deutscher Nachwuchsathlet. Ein Rekord, der nun auch Patrik Müller magisch anzieht. Schließlich hat der Zwei-Meter-Hüne in der neuen Altersklasse ganze zwei Jahre Zeit dafür. "Beim Kugelstoßen sagt man, eineinhalb Meter Zuwachs pro Trainingsjahr sind durchaus drin ‒ wenn nichts dazwischen kommt wie beispielsweise eine Verletzung oder eine Krankheit", sagt der SCN-Athlet. "Trotzdem", steht für den Zwölftklässler fest, "knappe 23 Meter muss man erst mal stoßen".

Jacko Gill aus Neuseeland war mit der Drehstoß-Technik in der U18 schon auf eine Weite von sagenhaften 24,35 Metern mit der Fünf-Kilo-Kugel gekommen. Mit 22,20 Metern hatte sich das Supertalent von „down under“ auch im Vorjahr bei der U20-WM in Barcelona (Spanien) wieder den Platz ganz oben auf dem Treppchen gesichert. "Obwohl die Weite in der U18 von Gill Wahnsinn ist, bin ich mal gespannt, wie das bei dem Neuseeländer weiter geht", bleibt Patrick Müller gelassen. "Der hatte schon als 16-Jähriger Kraftwerte, von denen ich nur träumen kann."

Der Neubrandenburger ist ganz froh darüber, dass seine bisherigen Trainer zunächst viel Wert auf eine vielseitige Ausbildung und vor allem eine gute Technik gelegt haben. "Ich denke, ich kann da später noch was draufpacken", überlegt er. Gut so. Vielleicht gibt es dann irgendwann doch den Augenblick, wo auch bei der U20 nicht mehr der David der Goliath ist…

Zurück