Neubrandenburg: Halbmarathon leidet unter hohen Temperaturen

Von Ortwin Kowalzik

112 Läuferinnen und Läufer nahmen den Halbmarathon im Neubrandenburger Kulturpark in Angriff. (Fotos: M.-B. Pries)

Seit 20 Jahren werden die Landesmeisterschaften im Halbmarathon auf dem Rundkurs im Neubrandenburger Kulturpark ausgetragen. Am vergangenen Sonnabend feierte der Wettkampf ein doppeltes Jubiläum, denn zum 25. Mal stand der Lauf über 21,1 Kilometer auf dem Programm.

Eigentlich existiert er aber schon 30 Jahre, denn vorher gab es fünf Jahre einen Lauf über 25 Kilometer. Nur einer von den damaligen Startern vor 30 Jahren, der vereinslose Neubrandenburger Klaus Bösel (M65), ist immer noch dabei; er siegte in seiner Altersklasse. Im Laufe der Zeit hat sich manches verändert, so ist der Lauf durch Strecken über zwei und fünf Kilometer für den Nachwuchslaufcup ergänzt worden. Dort waren diesmal 17 bzw. 34 Läufer dabei.

Dem Starter für die diesjährige Landesmeisterschaft im Halbmarathon stellten sich 112 Läuferinnen und Läufer. Das Rennen über die zehn Runden wurde von Anfang an von sechs Läufern bestimmt, die alle zu den Favoriten gezählt wurden. Über den Sieger musste schließlich die Tagesform entscheiden. Der in dieser Saison einen Leistungssprung erlebende Markus Riemer (M30) von Motor Wolgast hatte in den letzten beiden Runden die meisten Reserven und siegte in 1:18:20 Stunden. Er war bereits durch Podiumsplätze bei den Cupläufen in Neubrandenburg, Schwerin und Warnemünde positiv aufgefallen. Seine beiden Begleiter über viele Runden, Alexander Au (HSG Uni Greifswald/M20) und Carsten Tautorat (TC Fiko Rostock), belegten in 1,18:59 und 1:19:0,9 Stunden die Plätze zwei und drei. Die drei Erstplatzierten des Vorjahres waren dieses Mal nicht am Start.

Im Gegensatz zu den Männern war die Frauenwertung in der Spitze fest in Neubrandenburger Hand. Unter den 22 Amazonen, die das Ziel erreichten, war HSV-Läuferin Anna Brust (W20) in 1:30:52 Stunden bei ihrem ersten Halbmarathon die Schnellste. Mit dieser Leistung bestätigte sie auch ihre tolle Zeit über zehn Kilometer in Warnemünde. Gegenwärtig führt sie die Gesamtwertung an und redet sicher ein wichtiges Wort bei der Endabrechnung mit. Ihre Vereinskameradin Angelika Schlender-Kamp (W40) – bereits mehrfache Gewinnerin Siegerin dieses Halbmarathons – landete in 1:34:12 Stunden auf dem zweiten Platz vor Katja Knospe (Turbine Neubrandenburg/W50/1:38:25). Auch die Plätze fünf und sechs belegten mit Monika Bernhardt und Beate Block Läuferinnen vom veranstaltenden HSV.

Vielen Aktiven machte der plötzliche Wetterumschwung zu schaffen, so dass die Leistungen unter der plötzlichen Hitze litten. Immerhin benötigten 21 Läufer für den Halbmarathon mehr als zwei Stunden. Das hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Außerdem gaben sechs Läufer vorzeitig auf. Andererseits gab es auch zwei ausgezeichnete Landesrekorde. Monika Bernhardt (HSV Neubrandenburg/W65) hatte drei Wochen zuvor den Hamburg-Marathon in ihrer Altersklasse gewonnen. Diesmal verbesserte sie als fünfte Frau im Ziel ihre eigene Bestleistung aus dem Vorjahr auf 1:47:45 Stunden um rund zwei Minuten. Auch der zweite Landesrekord durch Günter Wolf (LSG Güstrow/M75) war erwartet worden. Am Ende lief er ausgezeichnete 1:44:02 Stunden. Insgesamt stellten zwölf Vereine einen Landesmeister, wobei die LSG Güstrow und der HSV Neubrandenburg mit je vier Titeln an der Spitze lagen.

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