MV-Masters gewinnen in Malaga acht WM-Medaillen

Von Dr.Gottfried Behrens

Senioren-Leichtathletin Christiane Schmalbruch
Alter schützt vor Leistung nicht: Christiane Schmalbruch (81) gewann in Malaga dreimal WM-Gold. (Foto: G. Behrens)

Am Saisonhöhepunkt, die Masters-WM vom 4. bis 16. September im spanischen Malaga an der Costa del Sol, nahmen vier Frauen und zehn Männer unseres Landesverbandes teil. In der Vergangenheit gingen die Medaillen oft auf das Konto der Werfer – diesmal waren die Sprungspezialisten und die Läufer je viermal erfolgreich.

Mit drei Goldmedaillen avancierte Christiane Schmalbruch zur erfolgreichsten Athletin im deutschen Team. Obwohl sie mit der Zuschauerresonanz an den verschiedenen, recht weit auseinanderliegenden Wettkampfstätten und den harten Belägen im Stadion nicht so recht zufrieden war, gelangen ihr an drei aufeinanderfolgenden Wettkampftagen in den Disziplinen Hoch-, Weit- und Dreisprung überzeugende Siege in der Altersklasse W80. Mit diesen drei Titeln wiederholte die 81-Jährige von der HSG Uni Rostock ihren Dreifachtriumph von 2014 bei der Hallen-WM in Budapest – damals in der W75. In Malaga überquerte Schmalbruch die Hochsprunglatte als Siegerin bei 1,07 Meter. Doch damit nicht genug: Mit ihren drei weiteren Versuchen über 1,09 Meter visierte die ehrgeizige Rostockerin die Verbesserung ihres eigenen deutschen W80-Rekords (1,08) an. Diesmal klappte es noch nicht.

Auch an den beiden Folgetagen mussten die Gegnerinnen aus Übersee Schmalbruchs Ausnahmestellung anerkennen: Nervenstark machte sie sowohl im Weit- als auch im Dreisprung bereits jeweils im ersten Versuch alles klar: Die vermessene Weitsprung-Siegerweite: 3,18 Meter (-0,9 m/s). Der Sieg-Dreisprung wurde mit 6,85 Meter vermessen (-0,1 m/s). Selbstkritischer Kommentar: „Mit den drei Siegen bin ich zufrieden, mit den Leistungen nicht ganz.“ Talent, Ehrgeiz, gesunde Lebensweise sowie eine auf jahrzehntelanger Erfahrung beruhende, unaufgeregte, aber zielstrebige Vorbereitung auf diese WM sind nach ihren eigenen Worten die „Geheimnisse“ dieser unglaublichen Erfolgsgeschichte.

Im gleichen Atemzug muss das hervorragende Abschneiden von Schmalbruchs Vereinskamerad Dr. Karl- Heinz Nitschke (AK M80) genannt werden, denn sein Malaga-Dreisprung mit der Silber-Weite von 7,47 Metern (-1,3 m/s) steht mit ganz oben auf seiner ebenfalls jahrzehntelagen Erfolgsliste. Leider kam er im Weitsprung-Wettbewerb mit dem Anlauf nicht zurecht, mitgeschuldet den böigen Winden. Nach den ersten beiden Fehlversuchen gelangen nur noch 3,09 Meter (-1,0 m/s). Damit verfehlte er den Endkampf und erreichte letztlich WM-Platz 12 bei 18 Startern.

Ganz stark war auch die Medaillenausbeute unserer Läuferinnen (Silber und Bronze) und Läufer (zweimal Bronze). Schon zu Beginn der WM erkämpfte Katja Knospe vom SV Turbine Neubrandenburg Bronze über 2000 Meter Hindernis - im Stadion die allererste Medaille für das LVMV-Team. Dabei unterbot sie mit 8:11,69 Minuten ihre eigene, erst unlängst bei den Norddeutschen Meisterschaften aufgestellte W50-Landesbestzeit (9:04,15 Minuten) deutlich.

Die weiteren Medaillengewinne gingen auf das Konto der Halbmarathonläufer am letzten Wettkampftag. Sehr guten Einzelleistungen von Anna Izabela Böge (W40/SV Turbine Neubrandenburg) mit 1:25.14 Stunden (Platz fünf) flossen in die Team- Gesamtzeit der drei besten Deutschen (4:29:45 Std.) ein, was Team-Silber für Böge bedeutete. Da wollten die Männer nicht nachstehen. Matthias Weippert (M40) und Arne Welenz (M50/beide TC Fiko Rostock) absolvierten den Halbmarathon bei schwierigen Bedingungen (85 Prozent Luftfeuchte bei 27 Grad, pralle Sonne) in 1:14:31 bzw. 1:23:24 Stunden. Damit trugen sie maßgeblich zu den Medaillengewinnen des Teams Deutschland bei. Jeweils Bronze gab es in der M40 für die Teamzeit von 3:51:35 Stunden und für die M50 (3:59:01). Unser herzlicher Glückwunsch gilt den Medaillengewinnern, aber auch allen hier nicht genannten Finishern und Platzierten aus MV.

Alle WM- Resultate gibt es unter www.leichtathletik.de

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