Behindertensportler trumpfen bei den "Deutschen" in Halle auf

Von Burkhard Ehlers

Lief in der Halle neuen deutschen Rekord über 60 Meter: die für den 1. LAV Rostock startende Jana Schmidt. (Foto: privat)

Titel, Medaillen und vordere Platzierungen ‒ bei den Internationalen Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften der Behindertensportler (mit Winterwurf) in Halle/Saale setzte sich das kleine Aufgebot aus Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Wochenende prächtig in Szene. Ein knappes halbes Jahr vor den Paralympics in London machten insbesondere Jana Schmidt und Sebastian Vogt (beide 1. LAV Rostock) sowie Reinhold Körtge (SG 03 Ludwigslust/Grabow) auf sich aufmerksam.

Jana Schmidt (Jahrgang 1972) ging viermal an den Start und holte sich mit 9,07 Meter den Titel im Kugelstoßen in ihrer Schadensklasse. Dabei agierte sie hoch überlegen, denn fünf ihrer sechs Versuche hätten für Gold gereicht. Über 60 Meter glänzte die 100-Meter-Vizeweltmeisterin des Vorjahres mit dem neuen deutschen Rekord von 10,41 Sekunden. Auch im Weitsprung gelang ihr eine persönliche Bestleistung ‒ 3,72 Meter bedeuteten am Ende Bronze. In der Speerwurf-Konkurrenz landete der Schützling von Landestrainerin Ines Müller schließlich mit 26,84 Meter auf dem vierten Rang.

Zwei starke Auftritte hatte in Halle auch Sebastian Vogt (Jahrgang 1992). Der bei den geistig Behinderten startende Rostocker holte sich mit 6,29 Meter den Titel im Weitsprung und verwies dabei David Mühle (SVE Bad Fallingbostel/5,80) klar auf den Silberplatz. Im 60-Meter-Sprint drehte Mühle den Spieß allerdings um und siegte in 7,35 Sekunden vor Vogt (7,46), der im Vorlauf auf 7,45 Sekunden gekommen war.

Nachhaltig machte auch das teilnehmende Quartett der SG 03 Ludwigslust/Grabow auf sich aufmerksam ‒ allen voran der Reinhold Körtge (Jahrgang 1993). Nachdem er sich über 3000 Meter der Männer in 10:30,07 Minuten lediglich Maurice Huseni (LLZ Schleswig-Holstein/10:25,76) geschlagen geben musste, hielt er sich über 800 Meter der Altersklasse U20 schadlos. Er lief 2:16,49 Minuten und damit fast zehn Sekunden schneller als der Zweitplatzierte, der Münchner Michael Brettner.

Zweimal Bronze sicherte sich Robert Mahncke in der Altersklasse U20 ‒ über 60 Meter (8,14 Sekunden) und im Weitsprung (4,53 Meter). In der Altersklasse U18 landete Julian Collot im Weitsprung mit 5,20 Meter hinter dem Leverkusener Timor Huseni (5,29) auf dem Silberrang. Jan-Henrik Gädke holte mit 5,05 Meter Bronze.

Als einzige Rollstuhl-Athletin aus MV nahm Susanne Rümker vom SC Neubrandenburg an den Meisterschaften teil. Sie gewann Bronze mit dem Diskus (18,53 Meter) und landete mit Kugel (6,63 Meter) und Speer (13,70 Meter) jeweils auf Rang fünf.

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